Donnerstag, 13. November 2014

Urlaub in Westfalen - Münsterland


Heute gibts vor allem Fotos. Fotos aus dem Münsterland. Eine Gegend, wie wir sie in der Schweiz so gar nicht kennen. Eine wunderschöne Parklandschaft... Hecken... kleine Baumgruppen... viele Pferde... gepflegte Bauernhöfe... Moorlandschaften... alles flach. Naja, es gibt sowas wie «Berge», Baumberge heissen die, die höchste Erhebung liegt grad mal 187 m über Meer. Toettchen erzählte, wie er am Fusse der Baumberge mal Holländer auf einem Parkplatz getroffen hat, die Wanderstiefel montiert hatten. ;-)







Im Venner Moor
Im Venner Moor

Freitag, 7. November 2014

Urlaub in Westfalen: Zechensiedlungen und Westfälischer Möhren-Kartoffel-Eintopf


Wir haben ja geurlaubt. Haben (stillgelegte) Zechen im Ruhrgebiet angeschaut, Fördertürme bestaunt, das deutsche Bergwerkmuseum in Bochum besichtigt und dort auch «echte» Bergmannskost gegessen. Toettchen hatte letztes Jahr auf seinem Blog schön beschrieben, wie das Leben in einer Bergarbeitersiedlung ausgesehen hat.
Bergmannskost war einfache, aber nahrhafte Kost. Die Männer unter Tage mussten hart arbeiten, da gehörte was Ordentliches, Sättigendes in den Magen.
Im Bergwerkmuseum in Bochum habe ich einen deftigen Möhren-Kartoffel-Eintopf mit Mettendchen gegessen, der mir ausserordentlich gut geschmeckt hat.
Vorgestern war das Wetter im Emmental gar grauslig, es regnete Bindfäden, war kalt, ekelhaft, garstig. Da schreit das Hennenherz nach deftigem Eintopf. Da ich hier keine Mettendchen kriege, wanderte ein Paar Fribourger Bauernwürstchen in den Eintopf. Das war definitiv die richtige Ersatz-Wahl.



Westfälischer Möhren-Kartoffel-Eintopf mit Fribourger Bauernwurst

500 g mehligkochende Kartoffeln
500 g Karotten
50 g Speckwürfel
1/2 Lauchstange
1/2 Zwiebel
1 Paar Fribourger Bauernwürstchen
1 Lorbeerblatt
3 Nelken
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter
frische Petersilie, fein gehackt

Kartoffeln und Möhren schälen und in Stücke schneiden. Lauchstange vierteln, waschen und fein schneiden Zwiebel fein würfeln. Bratbutter in einem grossen Topf auslassen.  -Speckwürfel darin anbraten, dann Lauch und Zwiebelwürfelchen zugeben und glasig dünsten. Anschliessend die Karotten dazu geben und ca. 5 Minuten mitdünsten. Nun die Kartoffeln, das Lorbeerblatt und die Nelken beifügen und das Gemüse mit Wasser aufgiessen, bis es grad mal bedeckt ist. Salzen und pfeffern und den Eintopf ca. 1 Stunde leise vor sich hinsimmern lassen. Nach ca. 15 Minuten die Wurst hinzugeben und 45 Minuten mitziehen lassen.
Am Ende der Kochzeit die Wurst rausfischen, in Rädchen schneiden und diese wieder in die Suppe geben. Mit frischer, fein gehackter Petersilie bestreuen.




Victoria-Siedlung in Lünen



Alte Kolonie Ewing, Dortmund

Samstag, 1. November 2014

Urlaub in Westfalen - Zechentürme im Ruhrpott





Zeche Radbod



Zeche Minister Stein, Dortmund




Deutsches Bergbaumuseum, Bochum

Wir haben geurlaubt: Toettchen und ich sind gute zehn Tage durch Toettchens Heimat Westfalen getourt. Eine Gegend, die ich bislang nur aus den Medien kannte - Bücher, Zeitschriften, Dokumentarfilme - die mich aber immer sehr faszinierte. Münsterland, Sauerland, Ruhrpott... schon die Namen sind für einen Schweizer faszinierend. Uns Schweizer Kindern der 60er Jahre hatte man beigebracht, dass die Kinder aus dem Pott furchtbar leiden, weil die Luft dort so dreckig sei. Die Pott-Kinder wurden in die Schweizer Berge verschickt, damit sie auch mal saubere Luft atmen konnten. Toettchen hat mir dann auf der Reise durch das Land seiner Kindheit erzählt, dass man früher im Pott sehen konnte, was man atmete. Wäsche raushängen war nix, innerhalb kürzester Zeit war schwarzer Russ auf der weissen Wäsche.
Heute ist das nicht mehr so. Wir tingelten durch den Pott bei strahlendem Herbstwetter, der Himmel war blau und von Smog war nichts zu sehen. Wir sahen Wäsche draussen, Kinder die nicht husteten, die Zechen (Steinkohle) sind still gelegt und die riesigen Steinkohlekraftwerke verfügen über Filteranlagen. Aber trotz Filteranlagen stellen diese Kohlekraftwerke auch heute noch ein Umweltproblem dar. Das Steinkohlekraftwerk Bergkamen z.B. gehört zu den 10 grössten Kohlekraftwerken in Deutschland und verbraucht pro produzierte Gigawattstunde rund 341 t Kohle,  stösst dabei rund 894 t Kohlendioxid, 0,6 t Stickoxid und etwa gleichviel Schwefeloxide aus. Feinstaub aus der Verbrennung der Kohle gelangt in die Luft, pro Jahr in Bergkamen rund 3 Mio. Tonnen (alle Zahlen von 2010/2011).
Die 23 grössten Kohlekraftwerke (9 Braun- und 14 Steinkohle) sind in Deutschland für 25% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich sowie für 20% der Schwefeldioxide, 10% der Stickstoffoxide und 44% der Quecksilberemissionen.*

Die folgenden Bilder sind vom Gersteinwerk in Stockum, einem Stadtteil von Werne. Dieses Werk ist kein reines Kohlekraftwerk sondern eine Kombi aus Gas und Steinkohle.




Gersteinwerk Stockum/Werne