Montag, 11. Februar 2013

Bohnen-Lamm-Eintopf


Winterszeit ist Hülsenfrüchtezeit. Bei mir jedenfalls. Aber Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen gehören für mich auch klar in den Süden, resp. in den Norden Afrikas. Marokko.
Dort hatte ich vor Jaaaaahren mal im Winter geurlaubt, weil ich der miesen Kälte und dem graue Wetter hier entfliehen wollte. Nicht nur waren die Temperaturen in Marokko ganz nach meinem Geschmack, das Essen hatte es mir ebenfalls sehr angetan. An allen Strassenecken gab es Tajines zu probieren. Eine davon, war ein Bohnen-Lamm-Eintopf, der mir ausgezeichnet geschmeckt hatte. Kaum zuhause, kaufte ich mir ein Kochbuch: «Die Kunst der marokkanischen Küche» von Robert Carrier aus dem DuMont Verlag, erschienen 1988. Und dieses Kochbuch ist mir letztens beim Staubwischen wieder mal in die Finger gefallen. Achja, das habe ich ja auch noch - daraus könnte man ja auch wieder mal was kochen.
Den Bohnen-Lamm-Eintopf, wie ich ihn in Agadir gegessen hatte, fand ich in dem Buch so nicht. Aber eine Bohnen-Lamm-Suppe, die ich dann halt als Eintopf für mich abgewandelt und ergänzt habe.

Rezept für 6 Personen
250 g getrocknete Bohnen (ich: rote und weisse), über Nacht eingeweicht
250 g Lammschulter in Würfel geschnitten
1,5 Zwiebeln, grob geschnitten
Olivenöl
4 Fleischtomatenm enthäutet, entkernt und gewürfelt (ich: 2 Dosen geschälte Tomaten)
2 Esslöffel Tomatenmark
1 Teelöffel Cayennepfeffer (ich: 1/2 Teelöffel und 1 getrocknete Chilischote)
Salz, schwarzer Pfeffer
gehackter Koriander (ich: Petersilie)

Jetzt noch die Zutaten, die ich zusätzlich dazu gegeben habe
4 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
2 Gewürznelken, 1 Lorbeerblatt
1 Kaffeelöffel gemahlener Bockshornklee
500 g Stangenbohnen (tiefgefroren, resp. angetaut) in ca. 4 cm lange Stücke geschnitten

Laut Rezept käme noch 1,5 l Wasser dazu, weil es ja eine Suppe sein sollte. Ich wollte aber keine Suppe, also habe ich das Wasser weggelassen.

In einem grossen Topf Olivenöl erhitzen, darin das Fleisch kurz anbraten und dann die grob gehackten Zwiebeln dazu geben und diese glasig dünsten. Die eingeweichten, abgetropften Bohnen, das Tomatenmark, die gewürfelte Tomaten, sowie alle Gewürze  (ausser Koriander oder Petersilie) beifügen. Den Eintopf auf kleinem Feuer ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren lassen, bis die Bohnen gar sind. Zum Schluss die in Stücke geschnittenen Stangenbohnen in den Eintopf geben und diesen fertig köcheln, bis die Stangenbohnen gar und heiss sind. Mit Petersilie oder Koriander bestreuen.


Achja, und wer einen aktuellen Marokko-Reisebericht lesen will, der guckt beim Muger vorbei - der ist nämlich derzeit grad dort unterwegs. Bohnensuppe hat er gestern auch gegessen.

Die Kultur der marokkanischen Küche, Robert Carrier, DuMont Verlag Köln, ISBN: 3-7701-2263-1, Erscheinungsjahr 1988 - Ich glaube, das Buch ist mittlerweilen vergriffen.

Kommentare:

  1. Tajines haben mir in Marokko auch geschmeckt, das Wetter nicht :) wir waren in den "Herbstschulferien" dort vor vielen Jahren. In einer Oase ( hin und zurück mit Eselsritt) haben wir dann Bohnen mit Lamm gegessen, das Essen war sehr gut. Seit dem ist in meinem Küchenplan gar nicht mehr wegzudenken. Ich mache es im Römertopf. Dein Rezept hier kommt auf meinen Wochenküchenplan. Dir einen guten Wochenstart und liebe Grüße Ingrid

    AntwortenLöschen
  2. Nach Marokko könnte ich jetzt auch fliehen (Dauerfrost, Ostwind :-(). Dein Lammeintopf hilft vielleicht ein klitzekleines bißchen... ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Oh, da bringst du ja etwas Warmes daher...das kann ich grad brauchen! Kann man bestimmt auch in der Tajine machen, nicht?!

    AntwortenLöschen
  4. ... und der Junghahn hat nicht "gemötztelt", dass da etwas wenig Fleisch im Topf (bzw der Tajine) sei? Aufwärmendes kann man bei diesen Temperaturen auf jeden Fall gut gebrauchen :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy
    PS. leider war es am Freitag Abend schon zu spät, um bei unserer Rückfahrt noch vorbeizuschauen ;-)

    AntwortenLöschen
  5. Ich lieeebe die Küche des Maghreb, mir ist jedoch die tunesische Küche vertrauter als die marokkanische. Doch ob Algerien, Marokko oder Tunesien, diese Gewürzvielfalt und diese Duftorgie beim Kochen ist einfach immer wieder umwerfend.

    AntwortenLöschen
  6. Da hätte ich jetzt Lust drauf. Wärmend, sättigend und sicher köstlich :)

    AntwortenLöschen
  7. Ich mag marokkanisch auch sehr, und Bohnen und Lamm, hmmmm!

    AntwortenLöschen
  8. Grade hab ich weiße Bohnen eingeweicht. Für morgen. Wenn ich noch Lammfleisch bekomme, weiß ich, was es morgen gibt!

    AntwortenLöschen
  9. Bei diesen Temperaturen gibt es nichts Besseres als einen wunderbaren Schmortopf, ich mag an der Orientalischen Küche auch die Gewürze sehr.

    AntwortenLöschen
  10. @auchwas
    Achja, den Römertopf hätte ich ja auch nehmen können - gute Idee fürs nächste Mal.
    @Kochpoetin
    Ich käme dann auch gleich mit nach Marokko. Wenn ich dem Muger seinen Reisebericht lese, zieht es mich grad sehr...
    @Magentratzerl
    Jepp, so als Eintopfgericht geht es auch in der Tajine oder eben wie von Auchwas vorgeschlagen im Römertopf.
    @Lieberlecker
    Der Junghahn hat davon gar nicht gegessen, der war am Samstag das erste Mal wieder ausser Haus bei einem Freund. Der weibliche Teil des Hühnerhofs hat reingeschaufelt ohne sich wegen zu wenig Fleisch zu beschweren.
    @Gerhard J. Breuer
    Danke fürs Kompliment - es hat auch toll geschmeckt, so richtig nach Marokko.
    @Tessinerli
    Tunesische Küche kenne ich nicht, aber die Gewürze werden sicher die selben sein.
    @Sybille
    Also satt waren wir hinterher - definitiv. Obwohl, das Perlhühnchen meinte, so ein Fladenbrot dazu wäre auch noch zu schaffen gewesen ;-)
    @Jule
    Bohnen und Lamm passen einfach wunderbar zusammen, seien es nun frische Bohnen oder getrocknete Bohnenkerne.
    @Mittagbeimutti
    Bohnen gehen immer - ich habe da noch ein paar weitere Rezepte auf Lager.
    @Kegala
    Schön langsam und lange geschmort entwickeln die Gewürze einen unglaublichen Duft.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar, auch über kritische Anmerkungen. Rassistische und beleidigende Kommentare werden jedoch gelöscht.